Warum ist das alles so verrückt? - Was Sie schon immer über die Eisenbahn wissen wollten.

Warum hat die Länderbahn nicht noch mehr Leute in Reserve (Bereitschaft)?

  • In den vergangenen Jahren haben wir als Länderbahn durch eigene Ausbildungsreihen und Recruiting-Maßnahmen viel investiert, um den Personalstand aufzustocken und größeren Personalausfällen entgegenzuwirken. Somit haben wir für den normalen Betrieb ausreichend Personal. Aber gerade in der Urlaubszeit und während der Corona-Pandemie stoßen wir an unsere Grenzen. Das geht nicht nur uns so. Der generelle Mangel an Lokführerinnen und Lokführern in der Bahnbranche ist leider ein Problem. Wir bleiben also weiterhin dran, zu rekrutieren und auszubilden.

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Warum leiht sich die Länderbahn nicht einfach Mitarbeiter:innen von anderen Firmen aus?

  • Zum Teil tun wir das. Aber das Kontingent an verfügbaren Lokführerinnen und Lokführern ist nahezu ausgeschöpft. Es gibt in unserer Branche einen regelrechten Mangel an Fachkräften, was sich auch unweigerlich auf den Betrieb in den einzelnen Unternehmen auswirkt.

Kann jede ausgebildete Lokführerin oder jeder Lokführer den alex fahren?

  • Jein. Nach der Qualifizierung zur Lokführerin oder zum Lokführer muss noch eine Schulung auf die jeweilige Baureihe (Triebfahrzeug und Wagenpark) absolviert werden. Ferner muss das Fahrpersonal auch auf die jeweilige Strecke geschult werden (Streckenkunde).
  • Der alex fährt mit lokbespannten Reisezugwagen. Die Ausbildung dafür unterscheidet sich zu der Ausbildung für ein Triebfahrzeug (wie z. B. bei der oberpfalzbahn). Wir können daher, z. B. die Fahrpersonale zwischen oberpfalzbahn und alex nicht einfach wechseln.
  • Bald starten jedoch die neuen Ausbildungsgänge für Triebfahrzeuge und für unseren alex. Wir hoffen, dass dann schon bald viele neue Kolleginnen und Kollegen im Steuerstand unserer Züge sein werden.

Kann man nicht einfach mehr Wagen an einen Zug hängen, damit dieser länger wird und mehr Leute reinpassen?

  • Klingt nach einer guten Idee. Leider haben wir beim Normalbetrieb den Großteil unserer Fahrzeuge ohnehin auf den Schienen. Andere Fahrzeuge, die gerade nicht im laufenden Betrieb sind, werden zum Teil in der Werkstatt gewartet oder sind bei den regelmäßigen Fristen und Hauptuntersuchungen.
  • Die Anzahl der Fahrzeuge für ein Streckennetz wird außerdem vom Aufgabenträger (z. B. dem Verbund oder der Bayerischen Eisenbahngesellschaft) in den Ausschreibungen vorgegeben.
  • Im Betrieb gibt es für die Anzahl der angehängten Wagen zudem auch Grenzen. Entscheidend ist dabei die Bahnsteigslänge. An einigen Stationen könnten dann Fahrgäste nicht am Bahnsteig aus- oder zusteigen, da der Bahnsteig zu kurz ist. Sicherheit steht an erster Stelle. Jede Tür muss vom Bahnsteig zugänglich sein.

Was ist der Unterschied zwischen SEV und BNV?

  • SEV bedeutet Schienenersatzverkehr. Dieser kommt bei mittel- und langfristig planbaren Einschränkungen im Zugverkehr zum Einsatz. Wenn uns z. B. von DB Netz Baumaßnahmen langfristig angekündigt werden, können wir auch langfristig Busse für den SEV organisieren
  • BNV, also Busnotverkehr, ist immer dann notwendig, wenn sehr kurzfristige Störungen durch Busse ersetzt werden sollen, z. B. wenn Gleise aufgrund von Sturmschäden nicht befahrbar sind.

Was wird unternommen, um auch bei längeren Einschränkungen den Fahrgästen eine möglichst gute Planbarkeit zu gewährleisten?

  • Unser Ziel ist es immer, unseren Fahrplan wie geplant durchzuführen. Dafür leiten wir auch bei Einschränkungen wir alle möglichen Maßnahmen in die Wege, um dies zu garantieren.
  • Sollten diese Maßnahmen mittel- und langfristig nicht mehr umsetzbar sein, da mehrere Faktoren aufeinandertreffen, entwickeln wir für einzelne Strecken Ersatzkonzepte, um so z. B. Ausfälle durch Personalmangel „längerfristig“ abfedern zu können und unseren Fahrgästen eine bessere Planbarkeit zu ermöglichen.

Wie kann ich mich am besten informieren, ob mein Zug betroffen ist?

  • Bei geplanten Fahrplanänderungen, z. B. aufgrund von Baustellen, informieren wir bereits im Voraus unter „Fahrplan & Änderungen“ auf der jeweiligen Netz-Homepage. Wer sich bei unserem Newsletter anmeldet, bekommt die Meldungen außerdem zuverlässig per Mail von uns geschickt.
  • Informationen zu kurzfristigen Betriebsstörungen finden unsere Fahrgäste immer in unserer Echtzeitauskunft auf der Homepage oder in den üblichen Online-Auskunftsmedien.

Warum wird beim alex manchmal ein achter Wagen mitgeführt, der dann aber verschlossen ist?

  • Beim alex wird manchmal aus betrieblichen Gründen (z. B. für Überführungen) ein achter Wagen mitgenommen, der dann aber den Fahrgästen leider nicht zur Verfügung steht, sondern abgesperrt ist. Aus Sicherheitsgründen müsste, um den achten Wagen nutzen zu können, weiteres Zugpersonal mit an Bord sein. In Zeiten von Personalmangel ist das leider nicht immer möglich. Der achte Wagen muss dann leider verschlossen mitgeführt werden. Es darf dort kein Fahrgast mitfahren.

Warum wartet die Waldbahn in Plattling nicht auf den Zug aus München und fährt einfach davon?

  • Bei Verspätungen des Donau-Isar-Express aus München kann die Waldbahn maximal 3 Minuten am Bahnhof Plattling warten. Bei den Waldbahn-Zügen am späten Abend und in der Nacht ist das Zeitfenster größer.
  • Wenn die Waldbahn in Plattling länger als 3 Minuten wartet, kann der Gegenzug aus Zwiesel die überregionalen Anschlüsse in Plattling nicht erreichen. Grund hierfür ist die Eingleisigkeit der Strecke Plattling-Bayerisch Eisenstein mit festen Zugkreuzungen. Dadurch würden Fahrgäste aus dem Bayerischen Wald in Richtung München, Passau oder Regensburg ihre Anschlüsse in Plattling verpassen. Zusätzlich führt ein zu spätes Erreichen der Zugkreuzungen zum Beispiel in Grafling oder Triefenried im schlimmsten Fall zu starken Verspätungen im gesamten Waldbahn-Netz. Alle Strecken wären davon schwer betroffen.

Warum kann die waldbahn nicht mehr Fahrräder mitnehmen? Warum wird kein zusätzlicher Fahrradanhänger an die Züge gehängt?

  • Pro Fahrzeug sind sechs Fahrradstellplätze vorhanden. Auf der RB 38 sind es zehn Stellplätze. Aus Sicherheitsgründen, speziell um Fluchtwege freizuhalten, dürfen nicht mehr Fahrräder als in den Fahrzeugen zugelassen mitgenommen werden. Kinderwagen und Rollstühle haben immer Vorrang. Gegebenenfalls muss der Fahrgast mit Fahrrad das Fahrzeug verlassen & seine Fahrt mit dem nächsten Zug fortsetzen. Eine Stellplatz-Reservierung für Fahrräder ist deshalb nicht möglich. Ein Anspruch auf Fahrradmitnahme besteht nicht – die Mitnahme ist immer von den vorhandenen Kapazitäten abhängig. Im Einzelfall entscheiden die Kundenbetreuer der waldbahn, ob Kapazitäten für Fahrräder und andere Gegenstände vorhanden sind. Keine Fahrradbeförderung bei Schienenersatzverkehr, weil die für den SEV beauftragten Busunternehmer nicht durchgehend über entsprechende Busse verfügen, die eine Fahrradbeförderung zulassen.
  • Das Befördern der Fahrräder in einem zusätzlichen Fahrradwagen ist nicht möglich. Die Züge im Waldbahn-Netz müssen auf eingleisigen Strecken in engem Fahrplan nicht nur ihre Anschlüsse in Zwiesel und Gotteszell, sondern auch die überregionalen Anschlüsse in Plattling erreichen. Das Be- und Entladen eines gekuppelten Fahrrad-Wagens würde unweigerlich zu erheblichen Haltezeitüberschreitungen an den jeweiligen Stationen führen, so dass der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden könnte.